Zum 800. Todestag von Franz von Assisi richtet sich der Blick neu auf eine der faszinierendsten Gestalten des Mittelalters. Franziskus, adliger Kaufmannssohn und später radikaler Erneuerer der Kirche, verkörpert bis heute eine spirituelle Kraft, die Kunst, Kultur und gesellschaftliches Denken tief geprägt hat. Sein Leben steht für eine radikale Hinwendung zur Armut, zur Versöhnung des Menschen mit der Natur und zur unbedingten Liebe zum Mitmenschen – Werte, die in unserer Zeit aktueller denn je erscheinen.
Franz von Assisi hinterließ weit mehr als eine religiöse Bewegung: Er veränderte die Sicht auf Natur, Gemeinschaft und Verantwortung – und war damit seiner Zeit bemerkenswert voraus.
Geboren als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers, wählte er bewusst ein Leben in radikaler Einfachheit. Seine Zuwendung zu den Ausgegrenzten, sein Dialog mit der Natur und seine Bereitschaft, Grenzen – kulturelle wie gesellschaftliche – zu überschreiten, wirken bis heute nach. Der Sonnengesang, Begegnungen mit dem Sultan al‑Malik al‑Kamil und sein Verständnis einer universellen Geschwisterlichkeit sind Zeugnisse eines Denkens, das uns im 21. Jahrhundert neu herausfordert.
Anlässlich seines 800. Todestages lohnt es sich, Franziskus nicht als historische Figur, sondern als Impulsgeber einer zeitlosen Ethik zu betrachten: Wie gestalten wir Verantwortung? Wie begegnen wir der Natur? Und was bedeutet es heute, Gemeinschaft anders zu denken?
Wanderausstellung über Leben und Werk von Franz von Assisi
Die Ausstellung „Franz von Assisi – Leben, Botschaft und Vermächtnis“ präsentiert auf 15 Plakaten die wichtigsten Stationen seines Lebens, seine Theologie und seine Spiritualität. Historische Fresken, Handschriften und symbolische Darstellungen begleiten prägnante Texte, die den Besucher durch drei Themenblöcke führen:
- Leben und Persönlichkeit – vom Kaufmannssohn zum Ordensgründer
- Theologie und Spiritualität – Evangelium, Armut, Schöpfung, Frieden
- Wirkungsgeschichte und Aktualität – Franziskus heute
Besondere Akzente setzen Zitate von Franziskus, darunter der berühmte Sonnengesang, der bis heute als Hymne auf die Schöpfung gilt. Sie zeigen, wie zeitlos seine Worte sind – und wie sie Antworten auf Fragen unserer Epoche geben: Ökologie, soziale Gerechtigkeit, interreligiöser Dialog.
Die Ausstellung richtet sich an alle, die sich für Geschichte, Spiritualität und Kultur interessieren. Sie lädt ein, Franziskus nicht nur als Heiligen, sondern als Menschen kennenzulernen – und sich von seiner Botschaft inspirieren zu lassen: „Was ich will, ist das Evangelium.“
